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Semester: WS 2018/19

Die Gretchenfrage

Tabu Religion, Glaubensvorstellungen und Spiritualitäten

LeiterInnen: Univ.-Doz. HSProf.Mag.Dr. Peter F. Schmid

Selbsterfahrung, Supervision, Theorie

"Nun sag,
wie hast du's mit der Religion?
Du bist ein herzlich guter Mann,
Allein ich glaub,
du hältst nicht viel davon."

J. W. v. Goethe, Faust I

• Über religiöse bzw. Glaubensvorstellungen im therapeutischen Kontext zu reden, gehört heute zu den größten Tabus – für TherapeutInnen wie für KlientInnen. – Verhindern wir damit den Zugang zu wesentlichen Bereichen menschlicher Erfahrung und Symbolisierung?

• Mit religiöser Indoktrination und institutioneller Religion als Machtmissbrauch zur Durchsetzung (oft selbst nicht eingehaltener) Moralvorstellungen, etwa in Erziehung, Schule und Kirche, haben viele nachhaltig verstörende, ja traumatisierende Erfahrungen gemacht und wollen nicht nur von den Institutionen, sondern auch von den Themenbereichen nichts mehr wissen. – Wie können TherapeutInnen dafür so offen werden, dass Sie den KlientInnen "erlauben," auch diese Lebensbereiche zu bearbeiten?

• Durch den Niedergang von religiösen und anderen Institutionen wurden einerseits Freiräume geschaffen, andererseits ist es zu einem Mangel an allgemein akzeptierten Orientierungen gekommen. Ein breiter Markt für eine Vielzahl teils zweifelhafter Sinnangebote ist entstanden. Oft scheinen die Grenzen fließend: Wo endet Wissenschaft und beginnen Esoterik und Aberglaube? Wo endet Ínterpretation subjektiver Erfahrung und wo beginnt Ressentiment? – Wo endet Glaube und wo beginnt Ideologie?

• Allerdings wird Spirituelles (wörtlich "Begeisterndes") immer mehr als fundamentale Erfahrungsdimension verstanden. Viele Menschen sagen, spirituelle Erfahrungen gehörten zu ihren prägendsten Erlebnissen und Erkenntnissen. – Was aber bedeutet Spiritualität genau? Und wes Geistes Kind sind wir? Warum ist es oft so schwer, darüber zu sprechen? Und wie sieht eine gleichzeitig wertschätzende, aber auch authentische Auseinandersetzung damit aus?

72% der ÖsterreicherInnen glauben an gutes Karma, 58% an (übersinnliche) Schutzengel, 60% an Kraftorte, von denen eine überirdische Kraft ausgeht, 29 % an energetische Reinigung von Häusern; 27% daran, dass es Häuser gibt, in denen es spukt; 15% der Wahlberechtigten glauben, dass Menschen zaubern können. Fast jeder Vierte glaubt, dass Schamanen mit Geistern und Toten sprechen können, und immerhin jeder Fünfzigste glaubt an blutsaugende Vampire (Erhebung Der Standard 31.3.2018; derstandard.at/2000077112169/In-Oesterreich-glauben-mehr-Menschen-an-Esoterik-als-an-Gott).

Einerseits ist die Rede von einem „Megatrend Spiritualität“ und von Esoterikboom in der Gesellschaft, andererseits scheint das Thema in vielen Therapien, Beratungen und Gruppen keinen Platz zu haben oder bedeutungslos zu sein.

"Seele ist out - Psycho ist in": Dem zunehmenden Rückgang organisierter Religion steht die „Rückkehr der Seele“ in das gesellschaftliche Bewusstsein gegenüber – was bedeutet das für Psychotherapie, Beratung, Supervision und Coaching? Wie sieht ein seriöser und personzentrierter Umgang damit aus?

Wir versuchen in diesem Workshop - jenseits von religiösen Klischees, Mode und Esoterik - in der respektvollen Haltung einer personzentrierten Gruppe zu erkunden und zu verstehen, worum es bei Glaubensvorstellungen und spirituellen Erfahrungen geht, und zu erforschen, welche Bedeutung sie in unserem Leben und dem unserer KlientInnen haben. Das berührt die Bereiche Selbsterfahrung, Supervision und Theorie gleichermaßen.

Nähere Informationen: workshops.pfs-online.at

Hinweis
Das Seminar wird auch zur Fortbildung für PsychotherapeutInnen, BeraterInnen und SupervisorInnen empfohlen.
Fort- und Weiterbildungsveranstaltung im Sinne des Psychotherapiegesetzes und der Fort- und Weiterbildungsrichtlinien des Bundesministeriums (Fortbildungsverpflich-tung).

Erster Termin: 17.11.2018

Termine:
17.-18. November 2018:
Samstag 13.00 - 21.00 h, Sonntag 13.00 – 17.00 h

Adresse: Praxis Peter F. Schmid, Koflergasse 4/26, 1120 Wien

Kosten:
Frühzahlerpreis (bis 17. 8. 2018) 250 EUR,
Normalpreis 275 EUR für APG•IPS-Mitglieder und TeilnehmerInnen am APG-Propädeutikum;
sonst Frühzahler 270 EUR, Normalpreis 295 EUR.

Bitte beachten Sie die Teilnahme- und Zahlungsbedingungen ( (http://workshops.pfs-online.at)

Anmeldung:
• am einfachsten online: pfs-online.at/1/anmeld.htm
• mit formloser E-Mail an registration@pfs-online.at.
• telefonisch +43 699 81513190. Auch Anrufbeantworter (bitte keine SMS).
• mit der Post an Praxis Peter F. Schmid, 1120 Wien, Koflergasse 4.
Bitte geben Sie an, für welche Veranstaltung(en) Sie sich anmelden wollen, Ihren Namen, Ihre Adresse, Mailadresse und Telefonnummer

Anzahl TeilnehmerInnen: keine Beschränkung

Anrechenbarkeit:
16 Stunden bzw. Arbeitseinheiten

• für alle Aus-, Fort- und Weiterbildungen des APG•IPS (ausgen. KJPT)
Selbsterfahrung/Persönlichkeitsentwicklung, Supervision oder Theorie [Fachspezifikum: AO 2013: a/b/c; frühere AO 1.(a), 2.(b) oder 3.(b) Wahlpflicht]

• für alle Aufnahmeverfahren & in bestimmten Fällen als Entscheidungsseminar für das Fachspezifikum
Selbsterfahrung/Persönlichkeitsentwicklung

• für das Propädeutikum
16 Stunden Selbsterfahrung oder Praktikumssupervision

• für Fort- und Weiterbildung

• für alle Aus- und Weiterbildungen, die den Nachweis durch einen eingetragenen Psychotherapeuten (mit Zusatzbezeichnung) verlangen

Kategori(en): Wahlpflicht-Fachspezifikum / andere Lehrveranstaltung / Fortbildung

Anrechnungstyp(en): Aufnahmeverfahren / Propädeutikum / Theorie-Wahlpflicht / Selbsterfahrung-Wahlpflicht / Supervision-Wahlpflicht / Fortbildung

Disslergasse 5/4, A-1030 Wien | Tel: +43 / 1 / 713 7796 | Fax: +43 / 1 / 718 7832 | Email: office@apg-ips.at | © 1998-2018 APG.IPS , Wien, Austria | Haftungsausschluss | Impressum
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