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Die Sigmund Freud PrivatUniversität Wien

APG•IPS

AusbilderInnen des APG•IPS kooperieren mit der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) Wien und übernahmen seit dem Wintersemester 2006/07 die Durchführung (Lehre und Forschung) des Wahlpflichtfaches „Personzentrierte Psychotherapie“ im Rahmen des Studienganges Psychotherapiewissenschaft an der SFU.

Personzentrierte Psychotherapie,

begründet von Carl Rogers (1902-1987) und seither in einem ständigen Prozess genuiner Entwicklung, bedeutet Persönlichkeitsentwicklung durch personale Begegnung. Sie beruht auf einem in der anthropologischen Tradition des Personbegriffes wurzelnden Menschenbild, das den Menschen als Individuum im System, d.h. in seiner Selbstständigkeit einerseits, seiner Beziehungsangewiesenheit andererseits, ernst nimmt. In der dialogischen Beziehung von Person zu Person wird der/die KlientIn dabei unterstützt, sich mit sich selbst und den eigenen Einstellungen, dem eigenen Erleben, den Verhaltensweisen und der Beziehungsgestaltung auseinanderzusetzen. Diese Beziehung ist gekennzeichnet durch die Präsenz des/der TherapeutIn (charakterisiert durch Authentizität, nicht an Bedingungen gebundene Wertschätzung und Empathie) und aufseiten der KlientIn durch wachsende Freiheit von Angst und Abwehr sowie zunehmende Erlebensoffenheit und Auseinandersetzung mit eigenen Bewertungsbedingungen. Das Vertrauen in die Ressourcen zur Gestaltung des eigenen Lebens und die individuell wie sozial konstruktive Tendenz zur Aktualisierung dieses Potenzials fördern die KlientIn in ihrem aktiven Prozess, die Therapie für sich schöpferisch zu gestalten und dabei ihr Selbstkonzept differenziert weiter zu entwickeln.
Personzentrierte Psychotherapie ist weltweit verbreitet und – durch umfangreiche Forschung in ihrer Wirksamkeit nachgewiesen – für chronische und/oder schwere Leidensprozesse ebenso geeignet wie für akute Krisen und als Prophylaxe oder zur Erweiterung des eigenen Handlungsspielraums. Sie findet in verschiedenen Settings statt: als Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppentherapie, im Gespräch oder mithilfe verschiedener anderer Ausdrucks-, Gestaltungs- und Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. Körperarbeit, Spiel, kreativer und künstlerischer Ausdruck, Aufstellungen usw.). Die Wahl der Mittel bleibt dabei soweit als möglich den KlientInnen überlassen, die als ExpertInnen für ihr Leben wie für die Wege, sich damit auseinanderzusetzen, verstanden werden.

Personzentrierte Psychotherapiewissenschaft

umfasst die Lehre und Forschung der Personzentrierten Psychotherapie auf wissenschaftlicher Basis in enger Wechselwirkung mit der Praxis. Psychotherapiewissenschaft versteht sich als eigenständige wissenschaftliche Disziplin. Carl Rogers, Professor an mehreren amerikanischen Universitäten, hat maßgeblich zur universitären Verankerung der Psychotherapie und zu deren wissenschaftlicher Erforschung beigetragen. Besonders auf dem Gebiet der empirischen Psychotherapieforschung gelten Rogers und die Personzentrierte Psychotherapie als Pioniere. Entsprechend ihrer Orientierung am Menschen als Person zeichnet sich die Geschichte der personzentrierten Theorie- und Praxisentwicklung dadurch aus, dass sie stets sowohl mit den Methoden der Grundlagenwissenschaften wie jenen der Naturwissenschaften gearbeitet und dabei ihre eigene Forschungsmethode entwickelt hat. In seiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den oben beschriebenen Prozessen der Persönlichkeitsentwicklung und deren Fundamenten und Implikationen legt der Personzentrierte Ansatz großen Wert auf persönlich reflektierte Theoriebildung sowie auf den existenziellen, sozialen und politischen Bezug und die damit verbundenen ethischen Implikationen.
Als weltweit erste Universität für Psychotherapiewissenschaft wurde 2005 die Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) in Wien gegründet, die mittlerweile staatlich anerkannte Vollstudien mit Bakkalaureat, Magisterium und Doktorat anbietet. Damit ist auch weltweit erstmals ein Studium in Personzentrierter Psychotherapiewissenschaft möglich. Unter anderem die psychotherapeutische Ambulanz und die Bibliothek der SFU bieten wertvolle Hilfen für Studium und Ausbildung. Durch die an der SFU vertretenen verschiedenen Studienzweige entsprechend den verschiedenen psychotherapeutischen Richtungen ist zudem eine interdisziplinäre Kooperation und Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen psychotherapeutischen Schulen möglich.

Die über das Studium hinausgehende Ausbildung zum gesetzlich geregelten Beruf des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin mit dem Zusatztitel „Personzentrierte Psychotherapie (PP)“ findet in Kooperation mit der Akademie für Beratung und Psychotherapie des IPS der APG und nach dessen staatlich anerkannter Ausbildungsordnung gemäß dem Psychotherapiegesetz als Ausbildung durch das IPS der APG statt. Grundsatz dabei ist ein personzentriertes Verständnis von Ausbildung als theoretisch reflektierte Persönlichkeitsentwicklung und Praxisreflexion durch Begegnung. Die Personzentrierte TherapeutIn erwirbt ihre professionelle Kompetenz zur Beziehungsgestaltung und zur Förderung von Persönlichkeitsentwicklung nicht durch Erlernen und Anwendung vorgefertigter Techniken oder methodengeleiteter Verfahren, sondern als Her-Ausbildung ihres eigenen Potenzials. Durch die reflektierte Entwicklung ihrer Persönlichkeit in vielfältigen Lernsituationen erwirbt die TherapeutIn die Fähigkeit, ihre eigene Person als „Instrument“ ins Spiel der Begegnung zu bringen. Die vier Säulen der Ausbildung sind Selbsterfahrung, Praxis, Supervision und Theorie. Die Tradition des IPS und seiner Akademie versteht sich als Fortführung der direkten Zusammenarbeit mit Carl Rogers und seinen MitarbeiterInnen in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts; die Lehrenden der Akademie und des Carl Rogers Instituts kommen aus langjähriger Erfahrung in wissenschaftlicher Arbeit, Ausbildung und Praxis und sind international vernetzt.

Kontakte
Marietta Winkler: winkler{at}post.apg-ips.at , Tel. +43 1 713 7796

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